Die CDU-Fraktion beantragt, dass die Stadtverwaltung Heilbronn eine umfassende Analyse der verfügbaren und entwicklungsfähigen Wohnflächen durchführt, um den steigenden Bedarf an hochwertigem Wohnraum für die wachsende Zielgruppe der Fach- und Führungskräfte zu decken und auch um HeilbronnerInnen bspw. nach Ausbildung oder Studium neue Wohnflächen zu bieten und einer Verteuerung durch den Schwarmstadteffekt für Bürger vorausschauend entgegenzuwirken.
Heilbronn als Schwarmstadt der Zukunft
Die Stadt Heilbronn hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der dynamischsten Schwarmstädte Deutschlands entwickelt. Diese Entwicklung wird durch mehrere Leuchtturmprojekte nachhaltig gestärkt:
Campus West und Campus Süd: Die etablierten Bildungsstandorte mit der Hochschule Heilbronn und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ziehen bereits heute Tausende von Studierenden und Nachwuchskräften an.
Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI): das europaweit einzigartige KI-Zentrum entwickelt sich zum Magneten für internationale Spitzenkräfte. Der IPAI Campus auf dem 23 Hektar großen Steinäcker-Areal wird nach seiner vollständigen Fertigstellung ab ca. 2025 (Fertigstellung avisiert 2030) über 5.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Die Investitionen der Schwarz-Gruppe und des Landes Baden-Württemberg (über 50 Millionen Euro Anschubfinanzierung) unterstreichen die strategische Bedeutung des Standorts.
Engagement der Dieter Schwarz Stiftung: als die größte private Bildungsförderin Deutschlands katalysiert die Stiftung die Transformation Heilbronns zur Wissensstadt mit Milliardeninvestitionen.
Chancen und Herausforderungen
Diese Entwicklungen eröffnen Heilbronn die einmalige Chance, hochqualifizierte Fachkräfte nicht nur als Arbeitskräfte zu gewinnen, sondern dauerhaft als Bürgerinnen und Bürger für die Stadt zu begeistern. Hierzu zählen:
– Wissenschaftliches Personal der Universitäten und Hochschulen
– Forscherinnen und Forscher des IPAI
– Führungskräfte und Spezialisten der sich ansiedelnden Technologieunternehmen
– Internationale Talente und Young Professionals
Aktuelle Analysen zeigen jedoch, dass bezahlbarer Wohnraum bereits heute eine Herausforderung darstellt. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt in HN bei 7,45 Euro pro Quadratmeter, wobei bei Neubauten angesichts gestiegener Baupreise dieser Wert kaum noch zu halten ist. Das Handelsblatt skizzierte vor Monaten eine Preisentwicklung national von 17 €/m2.
Konkrete Antragsstellung
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, eine zielgruppenspezifische Wohnraumanalyse zu erstellen, die folgende Aspekte umfasst:
1. Bestandsaufnahme verfügbarer Wohnflächen – Kategorisierung nach Zielgruppen:
Familien: Wohneinheiten ab 3-4 Zimmern mit Garten/Balkon und Schulnähe
Paare: moderne 2-3 Zimmer-Wohnungen mit hochwertiger Ausstattung
Singles/Young Professionals: flexible Wohnkonzepte, möblierte Apartments,
Co-Living-Spaces, serviced Apartments
- Identifikation und Bewertung neuer Entwicklungsflächen
Besondere Berücksichtigung von attraktiven Wasserlagen nach dem Vorbild erfolgreicher Projekte in Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf und Duisburg:
– Konzept „Wein, Wissen und Wohnen am Neckar„: Entwicklung hochwertiger
Wohngebiete bspw. in Neckarnähe, die die einzigartige Kombination aus
Wissenschaftsstandort, Weinbautradition und Lebensqualität am Wasser
widerspiegeln
– Prüfung von Flächen für schwimmende Wohngebäude (analog zur bereits
durchgeführten Studie der Hochschule Heilbronn und CDU-Antrag)
– Integration von Mixed-Use-Konzepten mit Arbeits-, Wohn- und Freizeitfunktionen
– betreffend der Suche nach neuen Flächen ist im Hinblick auf die drohende
Verteuerung von Kauf und Miete durch die positive Entwicklung von Heilbronn
auch der vor wenigen Jahren beschlossene Bebauungsplan des
Heilbronner Ostens hinsichtlich Nachverdichtung auf den Prüfstand zu
stellen
- Qualitätsmerkmale und Standards
– Nachhaltige Bauweise und energieeffiziente Gebäude
– Digitale Infrastruktur (Glasfaser, Smart-Home-Ausstattung)
– Anbindung an ÖPNV und Radwegenetze
– Nähe zu Bildungseinrichtungen und Forschungsstätten
– Kulturelle und gastronomische Angebote im Umfeld - Finanzierungsmodelle und Partnerschaften hier im Besonderen auch Mietkauf in einem Teilbereich als Pilotprojekt. Die Regiowert ist dazu bereits unterwegs
– Kooperationsmöglichkeiten mit der Schwarz-Stiftung, der Stadtsiedlung und anderen
privaten Investoren
– Prüfung von Public-Private-Partnership-Modellen
– Fördermöglichkeiten des Landes Baden-Württemberg - Anlage eines Flächenplanes
Erwartete Ergebnisse
Mit dieser zielgruppenspezifischen Wohnraumstrategie kann Heilbronn:
– Seine Position als attraktiver Schwarmstadt-Standort festigen und ausbauen
– Den Fachkräftemangel proaktiv bekämpfen
– Die Steuereinnahmen durch zusätzliche Einwohner erhöhen
– Die lokale Wirtschaft durch erhöhte Kaufkraft stärken und auch die Fußgängerzone
durch zusätzliche EinwohnerInnen aufwerten
– Ein nachhaltiges Stadtentwicklungsmodell etablieren